Abführmittel Schwangerschaft: Was wirklich hilft

Es ist eines der typischsten Symptome in der Schwangerschaft: die Verstopfung. Durch Schwangerschaftshormone wird die Verdauung verlangsamt. Bis zu 44 % der Schwangeren leiden weltweit an Verstopfung. Ziel des Körpers ist es, dass der Fötus so an alle wichtigen Nährstoffe gelangt. Für die werdende Mutter ist das höchst unangenehm.

Viele Schwangere bewegen sich zudem weniger als vor der Schwangerschaft. Auch das führt dazu, dass der Darm träger wird.

Aber bei Abführmitteln in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Nicht jedes Abführmittel ist für Schwangere geeignet. Wir erläutern im Folgenden mit welchen Mitteln Sie in der Schwangerschaft am schonendsten abführen.

Sie erfahren auf dieser Seite:


– Einfachstes Abführmittel: Prävention durch Ernährung
– Abführmittel Schwangerschaft: Schonendes Abführen mit Quellstoffen?
– Abführmittel Schwangerschaft: Pflanzliche Mittel sind nicht immer geeignet
– Abführmittel Schwangerschaft und Darmflora aufbauen

Einfachstes Abführmittel: Prävention durch Ernährung

Klingt zu einfach? Ist es vielleicht auch. Viele Schwangere werden von Heißhungerattacken getrieben und nicht selten überwiegt die Lust auf Salziges, Fettiges, und Süßes. Bevor Sie also direkt zu Abführmitteln greifen, werfen Sie vorher einen Blick auf Ihre derzeitigen Ernährungsgewohnheiten? Für den Darm gilt: Ballaststoffe sind das A&O für einen reibungslosen Ablauf unserer Darmtätigkeit.

Gute Ballaststoffquellen sind:

Vollkornprodukte
Gemüse
Obst
Hülsenfrüchte
Nüssen und Samen

Reduzieren sollten Sie fettige Speisen und viel Zucker. Vermeiden Sie auch stopfende Lebensmittel wie Bananen, Kakao und Schokolade. Auch mit Bewegung und dem Trinken von ausreichend Flüssigkeit bringen Sie Ihre Verdauung auf Trab.

Abführmittel Schwangerschaft: Schonendes Abführen mit Quellstoffen?

Während der Schwangerschaft dürfen Sie keine aggressiven Abführmittel zu sich nehmen. Auch pflanzliche Abführmittel sind nicht immer geeignet. Das Problem ist hier nämlich, dass diese wehenanregend wirken können.

Wenn Sie nur unter schwacher Verstopfung leiden, helfen häufig schon die bekannten Hausmittel:

– Sauerkrautsaft
– Dörrobst
– Bewegung
– viel trinken

Wenn diese Tricks nicht mehr helfen, muss das richtige Abführmittel trotz Schwangerschaft her.

Hier eignen sich Mittel mit Quellstoffen am besten. Zum Beispiel Leinsamen oder auch Flohsamen-Schalen.

Wussten Sie schon?

Ein echtes Wundermittel gegen Verstopfung in der Schwangerschaft sind Flohsamen und Flohsamen-Schalen. In einer Studie der Universität München aus dem Jahr 2016 wurden Probanden täglich 15 bis 30 Gramm Flohsamenschalen verabreicht und bereits nach wenigen Tagen verbesserte sich die Verdauung bei allen Teilnehmern. Und so funktioniert es: Flohsamen und Flohsamenschalen besitzen eine sehr hohe Quelleigenschaft, höher als die von Leinsamen. Die Quelleigenschaften werden mit dem sogenannten Quellindex gemessen: Hier wird das Volumen in Milliliter gemessen, das 1 Gramm Samen nach 4 Stunden einnimmt. Bei Leinsamen beträgt dieser Quellindex 6 ml, bei Flohsamen 9 ml und bei Flohsamen-Schalen ganze 40 ml. So binden die Samen und die Samenschalen besonders viel Wasser.

Durch Vergrößerung des Stuhlvolumens wird so der Druck auf die Darmwände erhöht und es kommt zur Darmentleerung. Eine Besonderheit von Flohsamen und auch Flohsamenschalen sind, neben der sehr hohen Quellfähigkeit, auch die Schleimstoffe. So “rutscht” der Darminhalt besser. In Flohsamenschalen sind zudem sehr viele Ballaststoffe enthalten, die wiederum auch die Darmtätigkeit anregen. Flohsamen enthalten fast doppelt so viele Ballaststoffe wie Leinsamen (Leinsamen 34g pro 100 g, Flohsamen 68g pro 100 Gramm).

Abführmittel-Schwangerschaft_Flohsamen

Übrigens: Was ist der Unterschied zwischen Flohsamen & Flohsamen-Schalen?

Bei Flohsamen handelt es sich um den Samenkern des Flohsamens. Flohsamen-Schalen bestehen dagegen aus der Schale und dem Samenkorn. Gerade in der Schale sind die erwünschten Schleimstoffe vorhanden, die die abführende Wirkung so effektiv machen.

Außerdem haben sie einen höheren Quellindex als die Samen. Daher haben Flohsamen-Schalen eine stärkere abführende Wirkung als Flohsamen. Aber Vorsicht: Sowohl bei Flohsamen, als auch bei den Flohsamen-Schalen muss unbedingt auf ausreichend Flüssigkeit geachtet werden, damit es nicht zu einem Darmverschluss kommt. Viel Trinken ist hier also ein Muss.

Abführmittel Schwangerschaft: Pflanzliche Mittel sind nicht immer geeignet

Nur weil ein Abführmittel pflanzlich ist, heißt das nicht, das dieses auch für Schwangere ungefährlich ist. Unbedingt meiden sollten Sie daher Abführmittel mit Aloe oder Senna, Faulbaumrinde oder auch Rhabarberwurzel. Auch Kapseln mit Rizinusöl sind gefährlich: Rizinusöl hat nicht nur eine abführende Wirkung, sondern kann auch Wehen auslösen. Schwangere sollten also in der gesamten Schwangerschaft auf das Abführen mit Rizinusöl verzichten.

Abführmittel Schwangerschaft und Darmflora aufbauen

Übrigens: Die Darmflora prägt nachhaltig die Gesundheit ihres Kindes, daher lohnt es sich diese auch während der Schwangerschaft aufzubauen. Kommt das Kind auf natürliche Art zur Welt, also ohne einen Kaiserschnitt, wird ein Großteil der Darmflora der Mutter auf das Kind übertragen. Auch schon während der Schwangerschaft hat die Darmflora der Mutter einen Einfluss auf das Kind. So wird bereits im Bauch der Mutter das Immunsystem des Fötus aufgebaut.

Um die Darmflora aufrecht zu erhalten, ist es daher nicht ratsam während der Schwangerschaft Antibiotika einzunehmen, oder auch Lebensmittel zu essen, die Antibiotika enthalten könnten. Greifen Sie daher lieber auf Fleisch und Gemüse mit verlässlichem Biosiegel zurück.

Abführmittel Schwanger-schaft: Was wirklich hilft

Es ist eines der typischsten Symptome in der Schwangerschaft: die Verstopfung. Durch Schwangerschaftshormone wird die Verdauung verlangsamt. Bis zu 44 % der Schwangeren leiden weltweit an Verstopfung. Ziel des Körpers ist es, dass der Fötus so an alle wichtigen Nährstoffe gelangt. Für die werdende Mutter ist das höchst unangenehm.

Viele Schwangere bewegen sich zudem weniger als vor der Schwangerschaft. Auch das führt dazu, dass der Darm träger wird.

Aber bei Abführmitteln in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Nicht jedes Abführmittel ist für Schwangere geeignet. Wir erläutern im Folgenden mit welchen Mitteln Sie in der Schwangerschaft am schonendsten abführen.

Sie erfahren auf dieser Seite:


– Einfachstes Abführmittel: Prävention durch Ernährung
– Abführmittel Schwangerschaft: Schonendes Abführen mit Quellstoffen?
– Abführmittel Schwangerschaft: Pflanzliche Mittel sind nicht immer geeignet
– Abführmittel Schwangerschaft und Darmflora aufbauen

Einfachstes Abführmittel: Prävention durch Ernährung

Klingt zu einfach? Ist es vielleicht auch. Viele Schwangere werden von Heißhungerattacken getrieben und nicht selten überwiegt die Lust auf Salziges, Fettiges, und Süßes. Bevor Sie also direkt zu Abführmitteln greifen, werfen Sie vorher einen Blick auf Ihre derzeitigen Ernährungsgewohnheiten? Für den Darm gilt: Ballaststoffe sind das A&O für einen reibungslosen Ablauf unserer Darmtätigkeit.

Gute Ballaststoffquellen sind:

Vollkornprodukte
Gemüse
Obst
Hülsenfrüchte
Nüssen und Samen

Reduzieren sollten Sie fettige Speisen und viel Zucker. Vermeiden Sie auch stopfende Lebensmittel wie Bananen, Kakao und Schokolade. Auch mit Bewegung und dem Trinken von ausreichend Flüssigkeit bringen Sie Ihre Verdauung auf Trab.

Abführmittel Schwangerschaft: Schonendes Abführen mit Quellstoffen?

Während der Schwangerschaft dürfen Sie keine aggressiven Abführmittel zu sich nehmen. Auch pflanzliche Abführmittel sind nicht immer geeignet. Das Problem ist hier nämlich, dass diese wehenanregend wirken können.

Wenn Sie nur unter schwacher Verstopfung leiden, helfen häufig schon die bekannten Hausmittel:

– Sauerkrautsaft
– Dörrobst
– Bewegung
– viel trinken

Wenn diese Tricks nicht mehr helfen, muss das richtige Abführmittel trotz Schwangerschaft her.

Hier eignen sich Mittel mit Quellstoffen am besten. Zum Beispiel Leinsamen oder auch Flohsamen-Schalen.

Wussten Sie schon?

Ein echtes Wundermittel gegen Verstopfung in der Schwangerschaft sind Flohsamen und Flohsamen-Schalen. In einer Studie der Universität München aus dem Jahr 2016 wurden Probanden täglich 15 bis 30 Gramm Flohsamenschalen verabreicht und bereits nach wenigen Tagen verbesserte sich die Verdauung bei allen Teilnehmern. Und so funktioniert es: Flohsamen und Flohsamenschalen besitzen eine sehr hohe Quelleigenschaft, höher als die von Leinsamen. Die Quelleigenschaften werden mit dem sogenannten Quellindex gemessen: Hier wird das Volumen in Milliliter gemessen, das 1 Gramm Samen nach 4 Stunden einnimmt. Bei Leinsamen beträgt dieser Quellindex 6 ml, bei Flohsamen 9 ml und bei Flohsamen-Schalen ganze 40 ml. So binden die Samen und die Samenschalen besonders viel Wasser.

Durch Vergrößerung des Stuhlvolumens wird so der Druck auf die Darmwände erhöht und es kommt zur Darmentleerung. Eine Besonderheit von Flohsamen und auch Flohsamenschalen sind, neben der sehr hohen Quellfähigkeit, auch die Schleimstoffe. So “rutscht” der Darminhalt besser. In Flohsamenschalen sind zudem sehr viele Ballaststoffe enthalten, die wiederum auch die Darmtätigkeit anregen. Flohsamen enthalten fast doppelt so viele Ballaststoffe wie Leinsamen (Leinsamen 34g pro 100 g, Flohsamen 68g pro 100 Gramm).

Abführmittel-Schwangerschaft_Flohsamen

Übrigens: Was ist der Unterschied zwischen Flohsamen & Flohsamen-Schalen?

Bei Flohsamen handelt es sich um den Samenkern des Flohsamens. Flohsamen-Schalen bestehen dagegen aus der Schale und dem Samenkorn. Gerade in der Schale sind die erwünschten Schleimstoffe vorhanden, die die abführende Wirkung so effektiv machen.

Außerdem haben sie einen höheren Quellindex als die Samen. Daher haben Flohsamen-Schalen eine stärkere abführende Wirkung als Flohsamen. Aber Vorsicht: Sowohl bei Flohsamen, als auch bei den Flohsamen-Schalen muss unbedingt auf ausreichend Flüssigkeit geachtet werden, damit es nicht zu einem Darmverschluss kommt. Viel Trinken ist hier also ein Muss.

Abführmittel Schwangerschaft: Pflanzliche Mittel sind nicht immer geeignet

Nur weil ein Abführmittel pflanzlich ist, heißt das nicht, das dieses auch für Schwangere ungefährlich ist. Unbedingt meiden sollten Sie daher Abführmittel mit Aloe oder Senna, Faulbaumrinde oder auch Rhabarberwurzel. Auch Kapseln mit Rizinusöl sind gefährlich: Rizinusöl hat nicht nur eine abführende Wirkung, sondern kann auch Wehen auslösen. Schwangere sollten also in der gesamten Schwangerschaft auf das Abführen mit Rizinusöl verzichten.

Abführmittel Schwangerschaft und Darmflora aufbauen

Übrigens: Die Darmflora prägt nachhaltig die Gesundheit ihres Kindes, daher lohnt es sich diese auch während der Schwangerschaft aufzubauen. Kommt das Kind auf natürliche Art zur Welt, also ohne einen Kaiserschnitt, wird ein Großteil der Darmflora der Mutter auf das Kind übertragen. Auch schon während der Schwangerschaft hat die Darmflora der Mutter einen Einfluss auf das Kind. So wird bereits im Bauch der Mutter das Immunsystem des Fötus aufgebaut.

Um die Darmflora aufrecht zu erhalten, ist es daher nicht ratsam während der Schwangerschaft Antibiotika einzunehmen, oder auch Lebensmittel zu essen, die Antibiotika enthalten könnten. Greifen Sie daher lieber auf Fleisch und Gemüse mit verlässlichem Biosiegel zurück.

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Quellenangaben:

https://www.apotheken.de/news/9825-medikamente-in-der-schwangerschaft, aufgerufen am 25.03.2019

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-022010/fakten-statt-maerchen/, aufgerufen am 25.03.2019

Schmollich, Martin / Jansen, Alexander (2009): Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit: schnell und sicher beraten. Hippokrates, Stuttgart, S.22 ff.

https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/darmflora-von-schwangeren-praegt-babys/, aufgerufen am 25.03.2019