Darmflora Bakterien: Welcher Darmtyp sind Sie?

Geht es um gesundheitliche Aspekte, kommt man am Mikrobiom und unseren Darmbakterien nicht mehr vorbei.

Das Mikrobiom, also die Zusammensetzung der Bakterien in unserem Darm, ist individuell wie ein Fingerabdruck. Damit beeinflusst unser Darm unsere gesamte Gesundheit: von der Reinheit unserer Haut, über unsere Stimmung, bis hin zum Gewicht.

Doch wie setzt sich unser Mikrobiom tatsächlich zusammen? Welche Darmbakterien gibt es eigentlich und was können Sie bewirken? Wir gehen dem Mysterium Darmbakterien auf den Grund.

Sie erfahren auf dieser Seite:


– Darmflora Bakterien im Überblick
– Wie sind Darmbakterien evolutionär entstanden?
– Gefahr für unsere Darmflora heute
– Von “schlechten” und “guten” Darmbakterien
– Verändern sich die Bakterien der Darmflora?
– Die 3 Enterotypen: Welcher Darmtyp sind Sie?

Darmflora Bakterien im Überblick

Die Überschrift ist nur die halbe Wahrheit. So kann man bei Darmbakterien nicht von einem Überblick sprechen. Über 100 Billionen Mikroorganismen besiedeln unseren Darm und Forscher entdecken ständig neue Darmbewohner. Dabei gibt es über 1000 verschiedene Bakterienarten. In einem Gramm menschlichem Stuhlgang leben mehr Bakterien als Menschen auf der Welt.

Dabei existieren diese in einer Art sozialem Gefüge: Sie benötigen einen Platz und Futter, kooperieren, können in Stress geraten, zum Beispiel durch falsche Nahrung und bekämpfen einander.

Wie sind Darmbakterien evolutionär entstanden?

Unser Mikrobiom hat sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt. In Zeiten, in denen Nahrung und damit auch Nährstoffe knapp waren, musste der Körper sich selber helfen. Um möglichst viele Nährstoffe aus der Nahrung zu ziehen, also auch mit wenig Nahrung gut versorgt zu sein, haben sich nützliche Darmbakterien im Laufe der Zeit entwickelt. Das Mikrobiom stellte also einen überlebenswichtigen Vorteil dar.

Gefahren für unsere Darmflora-Bakterien heute

Heute leben wir nicht mehr in Zeiten des Mangels. Im Gegenteil: jederzeit und überall ist Nahrung verfügbar. Dadurch kommt es im Darm zu einem Nährstoffüberschuss. Die Konsequenz: Der Stoffwechsel gerät ins Schleudern, die Fettzellen sind überfüllt, das Immunsystem wird alarmiert und im Körper entstehen Entzündungen, um nur einige zu nennen. Zu viel Nahrung ist also alles andere als förderlich für unsere Darmflora.

Aber nicht nur das Zuviel an Nahrung ist ein Problem für unser Mikrobiom. Auch welche Nahrung wir zu uns nehmen ist entscheidend. Häufig heißt das: zu viel Fett und wenig Ballaststoffe. Das ist fatal für unsere kleinen Mitbewohner. Denn durch diese Ernährungsweise wird die natürliche Vielfalt an Darmbakterien verringert.

Von “schlechten” und “guten” Darmbakterien

Und an dieser Stelle leiten wir über zu den “schlechten” oder auch pathogenen Darmbakterien. Diese werden nämlich durch falsche Ernährung so richtig angespornt und wachsen. Dann können sich schädliche Bakterien vermehren, die zum Beispiel Substanzen wie TMA (Trimethylamin), eine Vorstufe von Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) herstellen. TMAO kann das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Sind zu viele schlechte und zu wenig “gute” Bakterien im Darm enthalten, spielt unser Immunsystem verrückt. Manchmal richtet es sich dann auch gegen den eigenen Körper. So entstehen Allergien, Asthma oder auch Autoimmunerkrankungen. Dann gehen die “guten” Bakterien, die eigentlich unseren Körper vor schädlichen Eindringlingen schützen sollen, auf den Körper selbst los.

Verändern sich die Bakterien der Darmflora?

Ja, und das recht schnell. Wer nun glaubt, das Mikrobiom sei angeboren, irrt. Sicherlich wird unsere Darmflora bereits bei der Geburt und auch in den ersten drei Lebensjahren aufgebaut. Allerdings können auch Erwachsene durch ihr eigenes Verhalten die Darmflora positiv oder sehr negativ beeinflussen. Dabei spielt Ernährung eine Schlüsselrolle für eine gute Darmflora. Das Erstaunliche: Während Forscher früher dachten, dass das Mikrobiom kaum veränderbar ist, ist heute erwiesen, dass sich die Darmflora an nur einem Tag durch gute Ernährung positiv verändern kann.

Die 3 Enterotypen: Welcher Darmtyp sind Sie?

Um das Ganze nun etwas zu überblicken: Auch wenn es über 100 Billionenen Bakterien im Darm gibt, können wir den Menschen in 3 Darmtypen, auch Enterotypen genannt, einordnen.

Laut Forscher Prof. Dr. Peer Bork, Biochemiker und Mikrobiomforscher am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, gibt es drei Darmtypen beim Menschen. Der Forscher führte eine Studie mit 3000 Stuhlproben durch, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Das Überraschende an dieser Forschung ist, dass jeder Mensch zu einem der drei Bakterientypen zugeordnet werden kann. Ein Großteil der bakteriellen Gene kommen in jedem menschlichen Darm vor. Hier spricht man vom Basismikrobiom. Der variable Teil allerdings besteht aus den Enterotypen, die abhängig von genetischen Faktoren sowie von Bakterientypen sind, mit denen der Darm bisher in Kontakt war. Die Darmtypen entwickeln sich bis zum dritten Lebensjahr.

Dabei werden die Enterotypen nach den jeweils dominanten Bakterienarten benannt:

Bacteroides-Darmtyp 1:

Der Enterotyp 1 ist eine Besiedlung der Darmflora, die sich durch die Dominanz des Bakteriums Bacteroides auszeichnet. Hier gewinnen die Mikroorganismen im Darm die Energie hauptsächlich aus Fettsäuren, Proteinen und Kohlenhydraten. Diese Bakterien stellen vor allem die Vitamine C (Ascorbinsäure), B2 (Riboflavin), B5 (Pantothensäure) und H (Biotin) her. Diesen Darmtyp findet man häufig bei Fleischessern in der westlichen Welt.

Prevotella-Darmtyp 2:

Der Enterotyp 2 ist eine Besiedlung der Darmflora, die sich durch die Dominanz des Prevotella auszeichnet. Diese Bakterien stellen vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und Folsäure her. Sie sind vor allem bei Vegetariern anzutreffen.

Ruminococcus-Darmtyp 3:

Dies ist der am häufigsten vertretene Enterotyp weltweit. Ruminococcus Bakterien verwerten Zellulose (Ballaststoff) und viele Zucker.
Das Spannende: Je nach Darmtypen wird Nahrung von Menschen ganz unterschiedlich verwertet. Jeder Mensch hat also ein andere Verdauung und wandelt Nährstoffe anders um.

Übrigens: Darmtypen und ihr Einfluss auf unser Gewicht

Forscher konnten nachweisen, dass die Darmtypen einen Einfluss auf unser Gewicht haben. So unterscheiden sich dicke und dünne Menschen hinsichtlich der Artenvielfalt in ihrem Darm. Bei Normalgewichtigen dominieren dabei die Bacteroides-Stämme, bei dicken Menschen dagegen sie Firmicutes-Stämme (gehören zum dritten Enterotypen). Die Verschiebung der Bakterienstämme bewirkt eine Veränderung des Energiestoffwechsels. Bei übergewichtigen Menschen produziert das Mikrobiom dabei mehr Enzyme, die Kohlenhydrate wie z. B. Zellulose spalten und somit Energie gewinnen können. Soll heißen: Diese Menschen gewinnen mehr Energie aus der Nahrung als andere.

Versuche lassen erkennen, dass das Mikrobiom durchaus veränderbar ist. In Experimenten wurde normalgewichtigen Menschen Nahrung mit mehr Kalorien als nötig zugeführt. Innerhalb kürzester Zeit stieg dabei der Anteil der Firmicutes-Bakterien und zugleich sank der Anteil der Bacteroides-Stämme. Dabei wurde die Energiegewinnung aus der Nahrung um bis zu 150 Kalorien pro Tag gesteigert.

Darmflora Bakterien: Welcher Darmtyp sind Sie?

Geht es um gesundheitliche Aspekte, kommt man am Mikrobiom und unseren Darmbakterien nicht mehr vorbei.

Das Mikrobiom, also die Zusammensetzung der Bakterien in unserem Darm, ist individuell wie ein Fingerabdruck. Damit beeinflusst unser Darm unsere gesamte Gesundheit: von der Reinheit unserer Haut, über unsere Stimmung, bis hin zum Gewicht.

Doch wie setzt sich unser Mikrobiom tatsächlich zusammen? Welche Darmbakterien gibt es eigentlich und was können Sie bewirken? Wir gehen dem Mysterium Darmbakterien auf den Grund.

Sie erfahren auf dieser Seite:


– Darmflora Bakterien im Überblick
– Wie sind Darmbakterien evolutionär entstanden?
– Gefahr für unsere Darmflora heute
– Von “schlechten” und “guten” Darmbakterien
– Verändern sich die Bakterien der Darmflora?
– Die 3 Enterotypen: Welcher Darmtyp sind Sie?

Darmflora Bakterien im Überblick

Die Überschrift ist nur die halbe Wahrheit. So kann man bei Darmbakterien nicht von einem Überblick sprechen. Über 100 Billionen Mikroorganismen besiedeln unseren Darm und Forscher entdecken ständig neue Darmbewohner. Dabei gibt es über 1000 verschiedene Bakterienarten. In einem Gramm menschlichem Stuhlgang leben mehr Bakterien als Menschen auf der Welt.

Dabei existieren diese in einer Art sozialem Gefüge: Sie benötigen einen Platz und Futter, kooperieren, können in Stress geraten, zum Beispiel durch falsche Nahrung und bekämpfen einander.

Wie sind Darmbakterien evolutionär entstanden?

Unser Mikrobiom hat sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt. In Zeiten, in denen Nahrung und damit auch Nährstoffe knapp waren, musste der Körper sich selber helfen. Um möglichst viele Nährstoffe aus der Nahrung zu ziehen, also auch mit wenig Nahrung gut versorgt zu sein, haben sich nützliche Darmbakterien im Laufe der Zeit entwickelt. Das Mikrobiom stellte also einen überlebenswichtigen Vorteil dar.

Gefahren für unsere Darmflora-Bakterien heute

Heute leben wir nicht mehr in Zeiten des Mangels. Im Gegenteil: jederzeit und überall ist Nahrung verfügbar. Dadurch kommt es im Darm zu einem Nährstoffüberschuss. Die Konsequenz: Der Stoffwechsel gerät ins Schleudern, die Fettzellen sind überfüllt, das Immunsystem wird alarmiert und im Körper entstehen Entzündungen, um nur einige zu nennen. Zu viel Nahrung ist also alles andere als förderlich für unsere Darmflora.

Aber nicht nur das Zuviel an Nahrung ist ein Problem für unser Mikrobiom. Auch welche Nahrung wir zu uns nehmen ist entscheidend. Häufig heißt das: zu viel Fett und wenig Ballaststoffe. Das ist fatal für unsere kleinen Mitbewohner. Denn durch diese Ernährungsweise wird die natürliche Vielfalt an Darmbakterien verringert.

Von “schlechten” und “guten” Darmbakterien

Und an dieser Stelle leiten wir über zu den “schlechten” oder auch pathogenen Darmbakterien. Diese werden nämlich durch falsche Ernährung so richtig angespornt und wachsen. Dann können sich schädliche Bakterien vermehren, die zum Beispiel Substanzen wie TMA (Trimethylamin), eine Vorstufe von Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) herstellen. TMAO kann das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Sind zu viele schlechte und zu wenig “gute” Bakterien im Darm enthalten, spielt unser Immunsystem verrückt. Manchmal richtet es sich dann auch gegen den eigenen Körper. So entstehen Allergien, Asthma oder auch Autoimmunerkrankungen. Dann gehen die “guten” Bakterien, die eigentlich unseren Körper vor schädlichen Eindringlingen schützen sollen, auf den Körper selbst los.

Verändern sich die Bakterien der Darmflora?

Ja, und das recht schnell. Wer nun glaubt, das Mikrobiom sei angeboren, irrt. Sicherlich wird unsere Darmflora bereits bei der Geburt und auch in den ersten drei Lebensjahren aufgebaut. Allerdings können auch Erwachsene durch ihr eigenes Verhalten die Darmflora positiv oder sehr negativ beeinflussen. Dabei spielt Ernährung eine Schlüsselrolle für eine gute Darmflora. Das Erstaunliche: Während Forscher früher dachten, dass das Mikrobiom kaum veränderbar ist, ist heute erwiesen, dass sich die Darmflora an nur einem Tag durch gute Ernährung positiv verändern kann.

Die 3 Enterotypen: Welcher Darmtyp sind Sie?

Um das Ganze nun etwas zu überblicken: Auch wenn es über 100 Billionenen Bakterien im Darm gibt, können wir den Menschen in 3 Darmtypen, auch Enterotypen genannt, einordnen.

Laut Forscher Prof. Dr. Peer Bork, Biochemiker und Mikrobiomforscher am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, gibt es drei Darmtypen beim Menschen. Der Forscher führte eine Studie mit 3000 Stuhlproben durch, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Das Überraschende an dieser Forschung ist, dass jeder Mensch zu einem der drei Bakterientypen zugeordnet werden kann. Ein Großteil der bakteriellen Gene kommen in jedem menschlichen Darm vor. Hier spricht man vom Basismikrobiom. Der variable Teil allerdings besteht aus den Enterotypen, die abhängig von genetischen Faktoren sowie von Bakterientypen sind, mit denen der Darm bisher in Kontakt war. Die Darmtypen entwickeln sich bis zum dritten Lebensjahr.

Dabei werden die Enterotypen nach den jeweils dominanten Bakterienarten benannt:

Bacteroides-Darmtyp 1:

Der Enterotyp 1 ist eine Besiedlung der Darmflora, die sich durch die Dominanz des Bakteriums Bacteroides auszeichnet. Hier gewinnen die Mikroorganismen im Darm die Energie hauptsächlich aus Fettsäuren, Proteinen und Kohlenhydraten. Diese Bakterien stellen vor allem die Vitamine C (Ascorbinsäure), B2 (Riboflavin), B5 (Pantothensäure) und H (Biotin) her. Diesen Darmtyp findet man häufig bei Fleischessern in der westlichen Welt.

Prevotella-Darmtyp 2:

Der Enterotyp 2 ist eine Besiedlung der Darmflora, die sich durch die Dominanz des Prevotella auszeichnet. Diese Bakterien stellen vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und Folsäure her. Sie sind vor allem bei Vegetariern anzutreffen.

Ruminococcus-Darmtyp 3:

Dies ist der am häufigsten vertretene Enterotyp weltweit. Ruminococcus Bakterien verwerten Zellulose (Ballaststoff) und viele Zucker.
Das Spannende: Je nach Darmtypen wird Nahrung von Menschen ganz unterschiedlich verwertet. Jeder Mensch hat also ein andere Verdauung und wandelt Nährstoffe anders um.

Übrigens: Darmtypen und ihr Einfluss auf unser Gewicht

Forscher konnten nachweisen, dass die Darmtypen einen Einfluss auf unser Gewicht haben. So unterscheiden sich dicke und dünne Menschen hinsichtlich der Artenvielfalt in ihrem Darm. Bei Normalgewichtigen dominieren dabei die Bacteroides-Stämme, bei dicken Menschen dagegen sie Firmicutes-Stämme (gehören zum dritten Enterotypen). Die Verschiebung der Bakterienstämme bewirkt eine Veränderung des Energiestoffwechsels. Bei übergewichtigen Menschen produziert das Mikrobiom dabei mehr Enzyme, die Kohlenhydrate wie z. B. Zellulose spalten und somit Energie gewinnen können. Soll heißen: Diese Menschen gewinnen mehr Energie aus der Nahrung als andere.

Versuche lassen erkennen, dass das Mikrobiom durchaus veränderbar ist. In Experimenten wurde normalgewichtigen Menschen Nahrung mit mehr Kalorien als nötig zugeführt. Innerhalb kürzester Zeit stieg dabei der Anteil der Firmicutes-Bakterien und zugleich sank der Anteil der Bacteroides-Stämme. Dabei wurde die Energiegewinnung aus der Nahrung um bis zu 150 Kalorien pro Tag gesteigert.

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Quellenangaben:

https://www.zeit.de/2014/12/mikrobiom-bakterien-darm, aufgerufen am 22.02.2019

https://www.planet-wissen.de/natur/mikroorganismen/bakterien_urkeime_helfer_erreger/bakterien-darmflora-100.html, aufgerufen am 22.02.2019

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Einfluss-Darmbakterien-Gesundheit-Uebergewicht,darm105.html, aufgerufen am 22.02.2019

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-202014/dick-durch-falsche-darmflora/, aufgerufen am 25.02.2019

https://www.aerzteblatt.de/archiv/177992/Das-Mikrobiom-Einfluss-auf-Adipositas-und-Diabetes, aufgerufen am 27.02.2019