Abführtee: Welche Tees es gibt und wie sie angewendet werden

Fast jeder kennt es: Man ist im Urlaub und es könnte schöner nicht sein. Nur der morgendliche Toilettengang fällt unter den ungewohnten Bedingungen besonders schwer. Manchmal passiert es aber auch, wenn wir besonders viel Stress hatten oder sich eine schlechte Ernährung eingeschlichen hat. Auch eine bestimmte Medikamenteneinnahme oder ernste Erkrankungen können sie hervorrufen. Die Rede ist von Verstopfung. Keiner spricht gerne darüber, obwohl es fast jeden ab und an plagt.

Doch was hilft, wenn der Darm streikt? Nicht immer möchte man zu chemischen Hilfsmitteln zu greifen. Häufig sind pflanzliche Abführmittel, allen voran der Abführtee, eine Alternative. Erfahren Sie im Folgenden mehr dazu.

Sie erfahren auf dieser Seite:


– Was ist Abführtee überhaupt?
– Wirkung von Abführtee: Anthranoide bringen den Darm in Schwung
– Nebenwirkungen von Abführtee mit Senna: Das ist zu beachten
– Einnahme von Abführtee: Wer darf ihn trinken und wie lange?

Was ist Abführtee aus Sennesblättern überhaupt?

Sennatee wird bereits seit Jahrhunderten als Abführtee verwendet. In der Regel besteht Abführtee aus Sennesblättern oder Sennesfrüchten aus Ägypten oder Indien. Die als Arznei genutzten Sennapflanzen – Alexandriner-Senna (Cassia senna) und Tinnevelly-Senna (C. angustifolia) – gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Manchmal enthalten die Tees auch Pfefferminz, Fenchel oder Kümmel, was sich beruhigend auf den Magen auswirken kann, aber keinen abführenden Effekt hat.

Wirkung von Abführtee: Anthranoide bringen den Darm in Schwung

Abführtee mit Senna ist eines der ältesten Hausmittel gegen Verstopfung. Für die abführende Wirkung sind Anthraniode verantwortlich. Sie wirken dort, wo sie benötigt werden, nämlich erst im Dickdarm. Den Magen und den Dünndarm durchlaufen sie ganz ohne Wirkung. Im Dickdarm angekommen, werden sie zunächst durch den Abbau von Bakterien in sogenannte Sennoside abgebaut. Diese regen die Darmperistaltik an und sorgen so für eine verstärkte Darmbewegung. Außerdem hemmen sie die Aufnahme von Flüssigkeit in der Darmwand. So kann die Flüssigkeit nicht abfließen und das Volumen im Darm wird vergrößert. Dadurch wird die Entleerung des Darms angeregt. Der Tee wirkt zuverlässig: Über Nacht eingenommen wirkt er innerhalb von 8-12 Stunden.

Eignung von Abführtee: Wer darf ihn trinken und wie lange?

Auch wenn Abführtee mit Senna ein pflanzliches Abführmittel ist und ganz ohne chemische Inhaltsstoffe auskommt, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass eine Einnahme unbedenklich ist. Besonders Schwangere und Stillende sowie Kinder unter 12 Jahren dürfen Abführtee mit Senna nicht einnehmen.

Auch Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Darmverschluss oder einer Blinddarmentzündung, dürfen keinen Sennatee trinken. Auch bei Bauchschmerzen, deren Ursache nicht ärztlich abgeklärt ist, ist die Anwendung von Senna nicht zu empfehlen. Zudem eignet sich der Tee nicht für eine regelmäßige Anwendung, denn: Durch den vermehrten Verlust von Wasser und Mineralien im Rahmen des Abführens kann es zu einem Elektrolyt-Mangel kommen.

Nebenwirkungen von Abführtee mit Senna: Das ist zu beachten

Wie jedes Arzneimittel kann auch Abführtee mit Senna zu Nebenwirkungen führen. Es kann zu Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen oder Durchfällen kommen, besonders wenn ein Reizdarm-Syndrom vorliegt, oder wenn die Dosierung überschritten wurde. Außerdem kann es zu Juckreiz, Nesselsucht, oder Hautauschlag kommen. Wenn Senna zu lange angewendet wird, kann dies dazu führen, dass der Wasser- und Salzhaushalt des Körpers gestört wird.

Einnahme von Sennatee: Wie wird er angewendet?

Für die Einnahme von Sennatee werden entweder getrocknete Sennablätter oder Sennafrüchte verwendet. Hierfür wird 1 Mal täglich geschnittener Senna mit siedendem Wasser übergossen. Das Ganze nach 5-20 Minuten abgießen. Idealerweise wird der Tee abends vor dem Schlafengehen getrunken, sodass er am nächsten Morgen seine Wirkung entfaltet.

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Quellenangaben:

https://www.apotheken-umschau.de/Verstopfung/Das-sollten-Sie-ueber-Abfuehrmittel-wissen-103101.html, aufgerufen am 06.09.2019

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-022010/fakten-statt-maerchen/, aufgerufen am 06.09.2019